27.09.2019

Wiblingen aktuell Ausgabe September 2019

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Urlaubszeit ist zu Ende und wir hoffen, dass Sie alle gut erholt und gesund wieder zurückgekehrt sind. Auch wir beginnen mit Hochdruck unsere neue Legislaturperiode für die nächsten fünf Jahre am 19. September 2019 mit der konstituierenden Sitzung.

Mehr Finanzmittel für frühkindliche Förderung
Es wird viele Themen geben, die zu bearbeiten sind. Fangen wir bei den Kindertagesstätten (Kita) an. Das Land Baden-Württemberg richtet seine frühkindliche Förderung neu aus, denn die Einschulungsuntersuchungen zeigen, dass etwa 30 % der Kinder sprachlichen Förderbedarf haben. Aus diesem Anlass will Kultusministerin Eisenmann zum kommenden Kindergartenjahr mit dem neuen Konzept starten.
Dazu stellt das Land pro Jahr rund 34,5 Millionen Euro zur Verfügung. In dem Betrag sind jedoch die 27,5 Millionen Euro enthalten, die das Land bereits in die Sprachförderung investiert.
Künftig soll der Entwicklungsstand eines Kindes frühzeitig festgestellt werden. Außerdem wird im letzten Kita-Jahr eine elementare Förderung für Kinder angeboten, die Defizite in der Motorik, in sozialen Fähigkeiten oder auch im Umgang mit Emotionen haben. Wir halten diese Maßnahme für äußerst sinnvoll; bei der Einschulung sollten und müssen Kinder die Sprache beherrschen und über soziale Kompetenzen verfügen.

Wohnungsbau
Tagtäglich beschäftigt uns dieses Thema; Verdichtungen in Wiblingen am Tannenplatz sind in vollem Gange bei starken Belastungen für die Anwohner.
Das Umweltministerium rät aus ökologischen Gründen zum Erhalt und zur Sanierung von alten Wohngebäuden. Demnach nehmen Erhalt und Sanierung eines alten Wohnhauses einschließlich einer Nachverdichtung auf dem Grundstück weniger Fläche in Anspruch als ein Neubau auf der gleichen Fläche, wobei die Abbauflächen für Rohstoffe eingerechnet sind.
Auch Bauelemente wie Fenster, Türen, Treppen, Dielen und Dachziegel ließen sich ohne Abstriche weiterverwenden. Sie hätten zudem oft gegenüber modernen Bauteilen den Vorteil, dass sie meist noch handwerklich hergestellt und damit individueller seien als industriell produzierte Elemente.
Dagegen verweist die baden-württembergische Wohnungswirtschaft darauf hin, dass Ersatzneubauten im Geschosswohnungsbau in vielen Fällen günstiger seien als Sanierungen von Gebäuden aus den 1950er- bis 1970er Jahren, die nicht mehr als wirtschaftlich nutzbar angesehen werden. Was sagen uns die ganzen Debatten? Händeringend werden von allen Seiten Möglichkeiten zur Wohnraumbeschaffung gesucht.

Kosten für Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)
Auch da werden Möglichkeiten einer Verbesserung gesucht. In Wien kostet das ÖPNV-Jahresticket für die gesamte Stadt und auf allen Linien 365€, in Hessen sollte dieses Modell nach den Schülern künftig auch für Senioren möglich sein – nutzbar an Werktagen erst ab 9 Uhr. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, Präsident Ingo Wortmann (früher bei der SWU), nannte kürzlich das 365€-Ticket zum jetzigen Zeitpunkt „einen Rohrkrepierer“. Mit extrem verbilligten Preisen lassen sich keine Probleme lösen – weder die Streckensanierung noch der Ausbau der Kapazitäten.
Die Fachleute im Verkehrsministerium führen die Unterschiede zwischen Baden-Württemberg und Hessen ins Feld: Drei Verkehrsverbünde dort, 22 hier. Der Südwesten müsste 40 bis 45 Millionen Euro im Jahr zuschießen.
Kommen wir nochmals zu Wien: Die österreichische Hauptstadt mit ihren Schülerfreikarten, den Seniorenjahrestickets für 235 €, mit einem Angebot von bis zu 1600 Garnituren und jährlich einer Million Fahrgäste baut traditionell auf hohe Zuschüsse aus Steuermitteln. Der laufende Vertrag mit der Stadt geht bis 2031 und garantiert – ohne die Investitionen im Ausbau oder Sanierung – einen Ausgleich von einer halben Milliarde Euro pro Jahr.
Roger Kehle, Präsident des baden-württembergischen Gemeindetags, bringt eine Maut für alle Autofahrer und auf allen Straßen deshalb ins Spiel, weil der ÖPNV seit Jahren katastrophal unterfinanziert und eine Weiterentwicklung, wie z. B. das 365€-Ticket nicht denkbar ist.
Was sagt uns das? Einer muss immer bezahlen, eine alte Weisheit.

Wir hoffen, Ihnen einen kleinen Einblick in drei Themen gegeben zu haben, ohne jedoch in Hoffnungslosigkeit zu verfallen.

Bleiben Sie uns gewogen!

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