12.02.2016

Heiter politischer Aschermittwoch ein voller Erfolg

FWG verlängert den Fasching

Derblecker, Punks und eine Ode an Ivo: Während andernorts längst der Kater behandelt wurde, gingen die Freien Wähler bei ihrem „Heiter-politischen Aschermittwoch“ in die Faschingsverlängerung.

BERND RINDLE |

Reinhold Eichhorn und seine humoristischen Mitstreiter können es nicht lassen: Ehe sie am Aschermittwoch die letzten Konfetti aus dem Kostüm kratzen, bürsten sie lieber gegen den Strich. Aber behutsam, nie bösartig – giften sollen die anderen, die Arrivierten, die Parteien eben. Deshalb wunderte er sich nicht, dass außer Hilde Mattheis keine Polit-Prominenz gekommen war: „Diejenigen, die in den Landtag wollen, sind irgendwo anders.“ Dafür ist reichlich anderes Publikum gekommen und bis auf eine Dame auch geblieben. Helga Malischewski, deren raumgreifende Hüte gern die Sicht versperren, hatte diesmal mit ihrer Limousine eine Einfahrt blockiert und musste zum Zwecke des Umparkens mit wehendem Rock während der Pause kurzfristig den Saal verlassen. Dass Otto Schempp als „Derblecker“ sowohl den Gemeinderäten als auch Bundespolitikern die Leviten las, hat sie dennoch nicht verpasst.

Der hinterfragte, ob die Abgeordneten, die vom Volk in die Gremien gesandt wurden, auch geschickt seien, und stellte fest, dass ein Kreis – auch wenn es jener der Macht ist – nichts anderes als ein „aufgeblasener Punkt“ sei. Auch hegte er den Verdacht, dass es deshalb mit dem gewünschten Oratorium zum Münsterjubiläum gehakt hat, weil der zypriotische Komponist vielleicht hellenische Wurzeln hat: „Wenn die Deutschen den Griechen keine Banknoten schicken, schicke ich den Deutschen keine Musiknoten.“

Wo die Musik aus Sicht eines Ulmer Punks spielt, verkündete Eichhorns Wiblinger Fraktionskollege und Hahnenkammträger Reinhard Kuntz. Der lästerte ein wenig über Alexander Wetzig („Hinfort ist der Kubus-König!“), brachte sich selbst als künftigen Finanzbürgermeister und Wirtschaftskenner ins Spiel („Ich war schon in vielen Wirtschaften!“) und ging vom Ausbleiben des Sündenfalls aus, wären Adam und Eva Chinesen gewesen: „Die hättad Apfel Apfel sei‘ lassa und hättad d‘ Schlang g’fressa.“

Heftig bejubelt wurde der traditionelle Auftritt von Eichhorns satirischen Söflinger Sängerknaben „D’Seflinger“, die in bekannter Manier zwischen umgetexteten Gassenhauern den ein oder anderen Kalauer einstreuten. Unter anderem deckten sie Winfried Kretschmanns geheime Angst vor einer Wahlniederlage auf: „Schon der Gedanke, dass ich Dich einmal verlieren könnt‘, dass Dich ein schwarzer Wolf einmal sein eigen nennt . . .“ Dafür gab es eine Hommage an einen, der sein Amt gar nicht mehr haben will: „Goodbye Ivo Goodbye, die Zeit mir Dir war schön, wir werden uns in Ulm schon irgendwo wiedersehen.“

Auch das Freie-Wähler-Ensemble wird man wohl kommendes Jahr wiedersehen können, nachdem auch die dritte Auflage des „Heiter-politischen Aschermittwochs“ ein Erfolg war und angemessen endete – mit dem Söflingerlied.

Noch ein paar Impressionen vom Abend

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